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1. Teil: Ein Meisterwerk kontrolliert die Gefahr
aus dem Norden

Bei Mönchsroth steht die Rekonstruktion
eines Limesturmes

In römischer Kleidung v.l. n. r. als Handwerker,
vornehme Dame zurück. und Legionär. |
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1.
Das römische Weltreich
Rom verfolgte schon früh eine Politik der
Machtausdehnung und strebte die Weltherrschaft seines Imperiums an.
In seiner Blütezeit beherrschte es die damals bekannte Welt,
die insbesondere im Mittelmeerraum gesehen. wurde, bis hinüber
nach Kleinasien und die heutigen nordafrikanischen Staaten. Die politische
Führung und die Bündnissysteme sowie vor allem die starke
Heeresmacht der römischen Legionen garantierte die Vormachtstellung,
die allerdings durch fortwährende Kriegsführung erkauft
werden musste.
2. Cäsar erobert Gallien und überquert den Rhein
In den Jahren 58-51 vor Chr. eroberte der römische
Feldherr und spätere Imperator Gaius Julius Cäsar Gallien.
Dadurch wurde die Grenze des römischen Reiches weit nach Norden
verschoben. Zunächst wurde das Rheingebiet zu einer Grenzzone.
Zwar überschritt schon Cäsar zweimal den Rhein, zog sich
jedoch immer wieder hinter diese Linie zurück. Unter den flavischen
Kaisern Vespasian, Titus und Domitian (der sich den Beinamen Germanicus
gab) wurden in den Jahren 69-96 n.Chr. erneut Rhein und Donau überschritten.
Im Neckarland und an der Donau stießen die Römer in dem
dünn besiedelten Gebiet auf wenig Widerstand. Um das Jahr 85
n. Chr. begann die Sicherung der Grenzlinie durch den Limes.
3.
Das größte Bauwerk Europas .der Limes
Die germanischen Stämme fügten den
römischen Heeren immer wieder teils vernichtende Niederlagen
zu, wobei die berühmteste Schlacht im » Teutoburger Wald«
stattfand. Während die .Germanen im offenen Feld den gut ausgebildeten
und bewaffneten römischen Truppen unterlegen waren, konnten sie
durch Angriffe aus dem Hinterhalt der Wälder stets eine Gefahr
sein. Für den Limes wurden deshalb in das dichte Waldgebiet Schneisen
geschlagen, dann wurde eine Palisade aus Holz errichtet und immer
wieder Wachtürme, ebenfalls aus Holz erstellt. Vom Rhein bei
Koblenz bis zur Donau bei Regensburg misst der Limes ca. 500 km. |
Er wurde von sechzig Limeskastellen
und 900 Wachtürmen geschützt Alle 500 m stand also ungefähr
ein Wachturm. Die römische Provinz Rätien lag südlich
des Limes, der deshalb als rätischer Limes bezeichnet wird.
Das der Gemein- de Stödtlen nächstgelegene Kastell befindet
sich bei Halheim und gehörte zu den kleinsten Kastellen. Es
war mit 2 Numeri = 2 x 80 Soldaten belegt In Buch, Ruffenhofen und
in Aalen fanden sich weitere Kastelle, wobei in Aalen die ala II
milliaria mit einem 1.000 Mann starken Reiterheer, eine außerordentlich
starke und bewegliche Truppe, stationiert war. Der Name unserer
Kreisstadt geht auf dieses Reiterheer zurück.
4. 260 n. Chr. verwaist der Limes
Der Limes stellte keine unüberwindliche
Grenze dar, sondern etliche Tore ermöglichten den Übergang.
Zwischen Römern und Germanen wurde Handel betrieben. Die Vielzahl
der Wachtürme ermöglichte ein Meldesystem, welches mittels
Fackelzeichen in Windeseile über Vorfälle an der Grenzlinie
berichten konnte. Bei Mönchsroth befindet sich der teilweise
hergestellte Nachbau eines Wachturmes aus Stein; um 170 n. Chr.
wurde die hölzerne Grenzanlage nämlich durch Steinmauern
und steinerne Wachtürme ersetzt Der Einstieg in den Turm erfolgte
in das 1. Obergeschoss durch eine Leiter, die ins Turminnere nachgezogen
werden konnte, dies war zugleich das Wohngeschoss. Das 2. Obergeschoss
war für den Wachtdienst bestimmt
Schnitt durch einen Wachturm aus Stein
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2. Teil: Der Germanensturm erobert das römische
Weltreich
Der germanische Stammesbund der Alemannen,
welcher um ca. 200 n.Chr. an der mittleren Eibe entstanden ist, bedrohte
die Provinzen Obergermanien und Rätien. Rom hatte Anfang des 3. Jahrhunderts
an vielen Grenzen Kriege zu führen und zog auch am Limes Truppen hierfür
ab, so dass die Besatzungen der Kastelle geschwächt wurden. lm Jahre
260 n.Chr. fiel das Grenzland jenseits von Rhein und Donau endgültig
in die Hand der Alemannen. Damit ging auch der Limes verloren. Münzfunde
bezeugen, dass das Kastell HaIheim bis zu diesem Zeitpunkt besetzt war.
Ein großer T eil der Bevölkerung ist in dem verlorenen Grenzland
wohl durch die Kriegsereignisse umgekommen, besonders in Rätien. Im
5. Jahrhundert zerfiel das römische Westreich unter den Angriffen der
Germanen.
5. Der Limes in der Gemeinde Stödtlen
Vom Kastell Haiheim aus 40m nördlich
verläuft der Limes, südlich des Freihofs, dicht am Liastrauf und
nördlich vorbei an Oberzell, schräg den Abhang hinunter auf die
tiefer gelegene Fläche des Stubensandsteins. Weiter geht es durch den
Südostrand von Dambach, wo heute im Limesweg mehrere Häuser auf
der ehemaligen Grenzbefestigung stehen, dann über die Straße
hinüber, ein Stein markiert den Limesverlauf, durch Wiesen hinüber
zum Wäldchen "Ecker Heide". Der südlich am Wald entlang
liegende Feldweg verläuft auf dem Limes, ein kleiner Damm ist bis heute
sichtbar. Vor und nach dem Wäldchen und auch am östlichen Ausgang
von Dambach standen Wachtürme.
6. Weltkulturerbe Limes
Die Steine der 3- 4 m hohen Limesmauer
wurden, nach seiner Aufgabe, als Baumaterial benutzt. Was im Boden war wurde
meist belassen, es wäre zu beschwerlich gewesen, die Steine auszugraben.
Noch vor hundert Jahren konnte man deshalb den Ver- lauf des Limes gut in
der Flurkarte erkennen. Die Flurbereinigun- gen der vergangenen Jahrzehnte
nahmen auf den Limesverlauf in der Regel keine Rücksicht mehr, die
Grundstücksgrenzen änder- ten sich. Die jahrhundertelang eingesetzten
von Kühen oder Ochsen gezogenen Pflugscharen wichen den Grundmauern
aus. Heutige Maschinen haben mit den Steinen kein Problem mehr und die Bürger
von Dambach oder Eck am Berg wissen genau, wo früher und teils bis
heute viel Steinmaterial herauskommt An Flur- oder Ortsnamen kann man Immer
noch gut die Nähe zum Limes ablesen, der oft als " Teufelsmauer"
oder "Pfahl" bezeichnet worden ist. Von Markung Stödtlen
führte der Limes übrigens weiter nach Mönchsroth, Ruffenhofen,
nördlich um den Hesselberg, über Dambach (Bayern) nach Gunzenhausen.
Die hervorragende archäologische Bedeutung des Limes soll mit der Eintragung
in die Liste der Unesco zum Weltkulturerbe verfestigt werden. Die Vorbereitungen
hierfür laufen. Allen, die sich einmal näher oder einmal wieder
mit dem Limes und der Zeit der Römer in unserer Heimat befassen wollen,
sei der Besuch des Aalener Limesmuseums ans Herz gelegt. Der Verfasser ist
im übrigen dankbar für weitere Informationen aus der Bürgerschaft
zum Limes. Ein herzliches Dankeschön geht an Altbürgermeister
Roland Gauermann, Rainau und Frau Ermelinde Wudy vom Limesmuse- um Aalen
für die freundliche Unterstützung.
Ralf Leinberger, Bürgermeister
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